Das Theaterprojekt des MLG brachte in diesem Jahr Heinrich von Kleists berühmte Komödie „Der zerbrochne Krug“ auf die Bühne und zeigte eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Ausdauer und gemeinschaftliches Engagement in einer schulischen Theaterproduktion stecken können.
Über viele Monate hinweg arbeiteten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Eltern und Lehrkräften an der Inszenierung des anspruchsvollen Stücks. Unter der Leitung von Ute Laug und Christopher Seiberlich entstand dabei ein Theaterabend, der nicht nur durch Spielfreude und Humor überzeugte, sondern auch die sprachliche und gesellschaftliche Vielschichtigkeit des Werkes sichtbar machte.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Dorfrichter Adam, gespielt von Jonathan Joerdens, der nach einer nächtlichen Katastrophe selbst zum Verdächtigen wird, während er gleichzeitig versucht, als Richter den Fall aufzuklären. Mit viel Ausdruckskraft, komödiantischem Gespür und großer Bühnenpräsenz gelang es den Darstellerinnen und Darstellern, die besonderen Spannungen und den feinen Humor Kleists lebendig werden zu lassen.
Auch die weiteren Rollen waren eindrucksvoll besetzt: Christina Keller als Frau Marthe, Janne Freitag als Eve, Sophia Schmitz als Ruprecht, Johanna Joerdens als Gerichtsrat Walter, Jolina Nesselhauf in der Rolle des Schreiber Licht sowie Lotta Rückert (Veit Tümpel), Johanna Busch (Frau Brigitta) und Olga Noskova-Beck und Clara Piendl als Mädge. Immer wieder wurde deutlich, wie intensiv sich das Ensemble mit Sprache, Figuren und Wirkung des Stückes auseinandergesetzt hatte. Wertvolle Unterstützung leistete in diesem Bereich immer wieder Dagmar Fischer als Souffleuse.
Besonders bemerkenswert war die Zusammensetzung des Theaterprojekts selbst: Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer standen gemeinsam auf der Bühne und arbeiteten auch hinter den Kulissen Hand in Hand zusammen. Gerade diese generationsübergreifende Zusammenarbeit verlieh der Produktion eine besondere Atmosphäre und machte den Theaterabend zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis weit über den Unterricht hinaus.
Ein großer Anteil am Gelingen der Aufführung lag zudem bei den Bereichen Technik, Bühnenbild, Kostüm und Organisation. Für Licht und Ton verantwortlich waren Laurenz Bathelt, Tim Hitscherich, Marlon Ibert, Loris Ziegler und Vincent Heck. Die Kostüme und Requisiten betreuten Jara und Ninoschka Huck. Auch im Hintergrund sorgten zahlreiche Helferinnen und Helfer dafür, dass Proben, Umbauten und Aufführungen reibungslos ablaufen konnten.
Das Publikum dankte dem Ensemble am Ende mit langanhaltendem Applaus. Die Aufführung zeigte eindrucksvoll, welche Kraft gemeinsames Theater entfalten kann: Es verbindet Generationen, fordert heraus, schafft Gemeinschaft und bringt klassische Literatur auf lebendige Weise ins Heute.
Gerade ein Stück wie „Der zerbrochne Krug“ verlangt den Beteiligten viel ab: sprachliche Präzision, feines Timing und die Fähigkeit, hinter dem Humor auch die ernsteren Fragen nach Wahrheit, Macht und Verantwortung sichtbar werden zu lassen. Dass dies dem Theaterprojekt gelungen ist, machte den Abend für viele Zuschauerinnen und Zuschauer besonders eindrucksvoll.